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User Experience (UX) & E-Learning

25. Juli 2022

5 Minuten Lesezeit

Redakteur:in

Wie eine gute User Experience den Lernprozess unterstützt

Eine gute User Experience im E-Learning ist unerlässlich – denn gerade während des Lernens sind Störfaktoren absolut unerwünscht. Für einen nachhaltigen und damit langfristigen Wissensaufbau ist es daher unerlässlich, dass sich Lernerinnen und Lerner voll auf die Lerninhalte konzentrieren können. Hier kommt UX ins Spiel.

Der Begriff User Experience steht wörtlich für Benutzererlebnis oder Benutzererfahrung – er beschreibt wie der Mensch (User) ein Produkt, ein System oder auch eine Dienstleistung wahrnimmt und benutzt. Im User Experience Design geht es also konkret darum, die Gestaltung eines Produktes so weit zu optimieren, dass der oder die Anwender:in das Produkt einfach und intuitiv bedienen kann, ein Prozess als logisch empfunden wird, dass der oder die Benutzer:in seine Aufgabe effizient erledigen kann und sich dabei wohlfühlt. Gute User Experience wird auch (fast) nicht wahrgenommen – schlechte hingegen umso stärker.

Nicht zu verwechseln ist der Begriff mit Usability – denn die Usability stellt lediglich einen Teilbereich der User Experience dar.

Ein Tortendiagramm, welches die einzelnen Teilbereiche der User Experience aufzeigt.

Auch der Begriff User Centered Design ist kein Fremdwort mehr. Hier werden, wie der Name schon sagt, die Benutzer:innen in den Mittelpunkt gesetzt. Das bedeutet, dass während des Entwicklungsprozesses ein starker Fokus auf die Anwender:innen gerichtet wird, um so einen bestmöglichen Nutzen und Wert für die (späteren) User zu generieren. Dabei werden so früh wie möglich Anwender:innen in den Prozess involviert, Anforderungen auf Basis der neu gewonnenen Erkenntnisse und Bedürfnisse der Nutzergruppen beschrieben und in mehreren Entwicklungsschleifen neu evaluiert.

Hier wird der iterative Prozess des User Centered Design Prozesses aufgezeigt.

Und wie zeigt sich gute User Experience nun im E-Learning?

Beim Lernen geht es bekanntlich um eines – Wissen erhalten und Wissen ausbauen. Aus diesem Grund liegt hier ganz klar der Fokus auf dem Content und der damit verbundenen Interaktion. Wird der oder die Lerner:in gut abgeholt? Sind die Inhalte informativ? Gibt es genug Abwechslung, sodass das Lernen Spaß macht und fesselnd ist? Mit durchdachten und sinnvoll gewählten Interaktionsmöglichkeiten kann hier auch ein noch so trockenes Thema spannend bleiben und effektiver aufgenommen und verinnerlicht werden.

Auch das Contentdesign spielt hier eine zentrale Rolle. Sind alle Inhalte gut leserlich und wurde eine einfach zu verarbeitende Schriftart gewählt? Sind zusammenhängende Inhalte auch als solche erkennbar? Gibt es eine Hierarchie? Wird darauf geachtet, dass der Text gut und verständlich aufbereitet ist, können Informationen maßgeblich besser aufgenommen werden.

Ein weiterer Bestandteil, mit dem ein E-Learning steht und fällt, ist die Informationsarchitektur. Sind alle Inhalte logisch aneinandergereiht? Ist die Navigation verständlich und das Menü leicht zu bedienen? Kann der oder die Lerner:in schnell gewünschte Inhalte finden? Mit einer klaren und verständlichen Benutzerführung können sich Benutzer viel schneller zurechtfinden.

Ein weiterer wichtiger Baustein ist natürlich auch eine gute Usability. Bietet das Produkt oder das System eine gute Performance, sodass Inhalte flüssig dargestellt und dadurch Aktionen effizient durchgeführt werden können? Sind Fehlermeldungen klar und verständlich? Sind alle Schaltflächen und Interaktionsmöglichkeiten funktional und eindeutig gekennzeichnet?

Auch nicht zu vergessen ist das User Interface (UI). Beim User Interface Design geht es um den Look des Produkts. Sind alle Elemente auf der Oberfläche so platziert, dass sich der oder die Anwender:in rasch zurechtfindet? Ist das Oberflächendesign ansprechend? Bieten Elemente ausreichend Kontrast? Ist das Design konsistent? Außerdem macht auch die Elementanzahl einen großen Unterschied – denn zu viele Störfaktoren, wie überflüssige Grafiken oder Animationen, können auch schnell zu einer verschlechterten User Experience führen.

Die Vorteile einer guten UX

Eine gute User Experience im E-Learning bringt vor allem eines – der oder die Anwender:in fühlt sich wohl und hat ein positives Benutzererlebnis. Darüber hinaus gibt es noch zahlreiche weitere Gründe, warum es wichtig ist, in eine gute User Experience zu investieren:

Kosten- und Zeitersparnis

Indem man in User Experience investiert, investiert man auch automatisch in seine Mitarbeiter:innen. Denn ein Produkt, welches intuitiv und einfach bedienbar ist, bietet eine viel flachere Lernkurve. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verbringen somit viel weniger Zeit damit, eine Software kennenzulernen und zu „studieren“. Sie können sich damit schneller und effizienter um die eigentlichen Aufgaben kümmern.

Zufriedenheit & gesteigerte Motivation

Nichts ist schöner als wirklicher Nutzen – auch die Zufriedenheit steigt, wenn sich ein Produkt einfach gut bedienen lässt und den oder die Anwender:in effizient an sein Ziel gelangen lässt. Eine verbesserte Interaktion, Benutzerführung und Darstellung spornen einen positiven Kursabschluss an und steigern somit auch die Motivation eines jeden Lernenden.

Schnelle und qualitative Produktion

Eine Software, welche ohne Einbindung der Nutzerbedürfnisse entwickelt wird, bietet selten ein gutes Gesamterlebnis für eine:n Nutzer:in. Daher sollten Anforderungen von relevanten Zielgruppen bereits früh in der Anforderungsphase erhoben werden. Das spart nicht nur Zeit in der Entwicklungsphase, wo somit Stolpersteine schon früh umgangen werden können, sondern verbessert die Qualität im Allgemeinen.

Fazit

Fakt ist: Von guter User Experience im E-Learning profitiert jeder – sowohl Arbeitgeber:innen als auch Lerner:innen. Durch Investitionen in effektivere Online-Lern- und Schulungsmöglichkeiten kann die Mitarbeiterzufriedenheit und -bindung im Unternehmen gesteigert und damit ein höherer Return of Investment der Schulungsinvestitionen generiert werden.

Oft können bereits durch kleine Anpassungen große Verbesserungen erzielt werden. In einem iterativen Prozess mit Einbindung der betroffenen Anwender:innen kann die User Experience stetig verbessert und an die sich verändernden Bedürfnisse der Lernenden angepasst werden, sodass am Ende ein positives Gesamterlebnis erzielt wird.

Denn eines steht fest: Bei der Entwicklung eines E-Learnings steht nicht nur die Gestaltung von Anweisungen und Instruktionen im Vordergrund, sondern auch die Gestaltung einer in sich geschlossenen Experience.

Ausblick

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